Freitag, 24. April 2009
Dienstag, 10. Februar 2009
Ich moechte hier schnell meine Mail online stellen, bald habe ich wieder Zeit und werde meinen Blog genauestens ordnen. Liebe Gruesse
Ich habe mich wieder mal ewig nicht mehr gemeldet. Weihnachten, die letzte Reise und der letzte Mega-Stress sind bislang unkommentiert geblieben. Und jetzt wo ich diese Zeilen Schreibe, bleiben mir noch weniger als 2 Wochen hier in Deodurga.
Es ist also echt wieder mal Zeit, sich bei euch zu melden, das wohl letzte Mail aus Indien zu schreiben.
Weihnachten war sehr schön. Zwar war es für uns bis zur letzten Minute ein echt stressig, aber das Fest war großartig. Viele Familien aus den Dörfern kamen, es gab ein gutes gemeinsames Essen (im Freien), danach wurde ein Film über Don Bosco´s Kindheit (Jonny Bosco auf Kannada) gezeigt und dann war Messe. Als die gegen Mitternacht zu Ende war, begann das über 2-Stündige Christmas-Drama; das Krippenspiel. Von einem der ältesten Boarding-Buben organisiert, mit Tanzeinlagen, dem Besuch des Christmas-Tata (Weihnachts-Opa, Weihnachtsmann) und viel Musik und Kitsch, war es einfach großartig!
Am nächsten Tag fuhren die Kinder bis 5. Jänner nach Hause, denn in unserer christlichen Don Bosco-Schule gibt’s Weihnachtsferien!
Am 26. Dezember begann für Theresa und mich auch die Reisezeit. Wir trafen Georg, einen Freund aus Österreich, mit dem wir österreichische Volontäre in Vishekapattnam und Vijayawada besuchten und Silvester feierten. War einfach super!
In diesen Weihnachtsferien legte ich wohl auch die weiteste Strecke meines bisherigen Lebens in Bussen und Zügen in so kurzer Zeit hinter mich. Im Durchschnitt schlief ich jede dritte Nacht in einem Bett, denn nach Silvester in Vijayawada fuhren Theresa und ich nach Bangalore, um meine Brüder vom Flughafen abzuholen, die mich für zehn Tage besuchen kamen.
Am Flughafen, nach Mitternacht, wo wir die beiden empfingen, war uns sehr kalt (nach unserem Empfinden, es war ja auch in Indien gerade Winter) und Christoph und David fanden es angenehm warm. Wir sind halt schon anderes gewöhnt.
Meine Brüder und ich reisten dann nach Kerala, ein schöner Staat im Süden, der schon viel besser entwickelt ist als der Rest von Indien, den ich gesehen habe.
Das schönste, was wir dort sahen waren die Backwaters, eine wunderschöne Wasserlandschaft, auf der man auf einem luxoriösen Hausboot (der größte Luxus, den ich mir in meiner gesamten Indien-Zeit gegeben habe, da kommt man sich schon fast mies vor) gemütlich die Idylle bestaunen kann. Es war unglaublich, eine Insel zum Auftanken und für uns drei super, zum Reden, schreiben, denken, schaun…
Nach Kerala begleiteten mich meine Brüder nach Hause – heißt, nach Deodurga. Die Kinder purzelten um sie herum und zeigten wieder mal wie wenig schüchtern sie sind. Weil sie keinen anderen Begriff kennen, nannten die Kids auch meine Brüder „Miss“. Wir tanzten und spielten gemeinsam mit den Kindern, gingen zum Market und zum See und bauten zum ersten mal die Slack-Line auf. Mittlerweile ist es für mich und die Kinder das allerschönste, wenn während der Games-Zeit (normal: Ballspiele) kein Jeep unter der Überdachung steht, so dass ich die Slackline befestigen kann um mit den Kindern zu balancieren. Es ist einfach großartig! Die Kinder lernen so viel dabei; sich zu konzentrieren, auf andere zu vertrauen,…
Als ich mit meinen Brüdern nach Bangalore fuhr, hatten wir noch einen schönen Tag gemeinsam dort, bis es Zeit war für sie zu gehen. Der Abschied war diesmal nicht so schwer wie sonst, weil wir ja wussten, wir würden uns bald wieder sehen.
Zurück in Deodurga begann die letzte stressige Zeit für uns. Don Bosco Feast und der Geburtstag von Father Jolly waren vorzubereiten. Bei Festen haben oft Theresa und ich das meiste zu tun an Arbeit und Organisieren. Doch seit 31. Jänner (Don Bosco Feast), haben wir nur noch die alltäglichen Aufgaben und können uns somit dem widmen, was wir selber noch so tun wollen; Abschiedsgeschenke vorbereiten, Volo-Chronik schreiben, lauter kleine Sachen, die noch gemacht gehören, oder wir noch machen wollen.
Trotzdem sind wir vom 1. bis 4. Februar großteils nicht zu Hause gewesen. Wir besuchten Annal Grace, eine Freundin, die hier in der Schule Lehrerin ist und auch hier lebt in ihrem zu Hause. Das war eine starke Erfahrung! Wir übernachteten bei ihnen, Theresa und ich bekamen das einzige Bett, die anderen schliefen am Boden. Annal Grace´s Familie ist im indischen Durchschnitt eher wohlhabend, sie haben was sie brauchen und auch ein bisschen Luxus. Trotzdem schlafen sie auf dem Boden in einem Haus das ungefähr gleich groß ist wie unser Volo-Zimmer, waschen mit der Hand ihre Kleidung… Aber sie sind zufrieden und die Kinder sind in der Geborgenheit dieser Familie sehr glücklich. Das ganze hat mich sehr beeindruckt!
Tags darauf fuhren wir für ein paar Stunden nach Don Bosco Deodurga. Am Abend gings nämlich nach Bangalore, wo wir in der Früh ankamen. Theresa und ich planten diesen Trip als unseren letzten gemeinsamen Ausflug, wo wir noch Besorgungen machen wollten und Fathers treffen, die, wenn wir am 17. kommen nicht mehr da sein werden. Das war also unser erstes „Good Bye“ für immer vielleicht…
Jetzt bin ich wieder hier, in Deodurga, das jetzt für ein Jahr mein zu Hause war. Am 18., genau ein Jahr nach unserem Hinflug werden wir wieder im Flugzeug sitzen, zurück nach Österreich.
Es liegt Abschiedsstimmung in der Luft. Den Kindern, Fathers und Sisters ist allen sehr bewusst, das wir bald gehen werden, jeder spricht darüber, was wahrscheinlich auch wichtig ist…
Wir bereiten Abschiedsgeschenke vor, planen eine österreichische Einlage für die Abschiedsfeier, planen die letzten Unterrichtsstunden und… bald geht’s ans Packen.
Es fällt mir sehr schwer, jetzt einen Schlussstrich zu ziehen über dieses Jahr, noch bin ich in Deodurga und vieles an Gefühlen und Gedanken ist noch nicht fertig gefühlt, gedacht. Was ich aber bestimmt weiß ist, dass das hier etwas ganz Besonderes war, eine sehr intensive und starke Zeit, in der ich viele Menschen ganz tief in mein Herz geschlossen habe.
Jetzt wo´s nach Hause geht, purzeln die Gefühle.
Von Deodurga, den Kindern und Fathers und allem hier Abschied zu nehmen fällt mir schwer. Doch ich freue mich auch auf so vieles, was zu Hause auf mich wartet – vor allem auf meine Familie und Freunde.
Also dann, bis bald in Österreich,
Ein letztes mal schicke ich euch die Wärme Indiens ins kalte Österreich und wünsche euch Gottes Segen,
eure Johanna Miss
Es kommt eine Zeit,
da bleibt einem nichts anderes übrig,
als seinen eigenen Weg zu gehen.
Sergio Bambaren
von
Johanna
um (Indische Zeit):
21:18
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Samstag, 15. November 2008
Anfang November waren wir in Sri Lanka um das Visum zu verlängern.
Außer der Probleme mit dem Visum, das wir dann doch noch rechtzeitig bekamen, war es einfach großartig.
Wir genossen das Meer, kämpften mit den Wellen, sahen eine Teeplantage, hatten eine schöne Zugfahrt, sahen einen buddhistischen Tempel mit dem Zahnrelikt vom Buddha, Elefantenwaisen und einen botanischen Garten, genossen es, ein bisschen nichts zu tun und hatten viele tolle Begegnungen.
Ich lasse die Fotos sprechen.
Bald.
Liebe Grüße, Johanna
von
Johanna
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21:20
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Freitag, 14. November 2008
Am 14. November wird in Indien Children´s Day gefeiert. Bei uns an zwei Tagen. Am 14. in der Schule und am 16. im Internat.
In der Schule gabs eine „Fancy dress show“ – die Kinder durften, wie bei uns im Fasching verkleidet zur Schule kommen. Am Abend und Morgen davor wurden noch schnell die Kostüme besprochen, inerhalb von fünf Minuten aus Bangels (Armreifen) und Stiften eine Gandhi-Brille gebastelt, Ohrringerl angebracht und Tücher und Schals mit Tüchern fixiert. Bei der Show musste dann jedes Kind nach vorne kommen und etwas sagen. Die Kinder vom LKG (die kleinsten; lower Kindergarten) stammelten ein schüchternes „my name is“, was sie gerade erst gelernt haben. Manche vergaßen vor lauter Lampefieber sogar, nach dem „my name is“, ihren Namen zu sagen.
Andere, manch der Größeren führten sogar ein kurzes Schauspiel auf; drei Bewegungen und zwei Worte.
Es war ein toller Tag; die Kinder reden noch immer davon, wollen Fotos von sich selbst als Ärztin oder im Sari.
Children´s Day II feierten wir dann im Internat, wo von den Sub-Stations Kinder kamen. Es gibt 14 Sub-Stations, in den Dörfern, wo diejenigen Kinder, die nicht die Möglichkeit haben, in die Schule zu gehen (weil sie zum Beispiel auf dem Feld arbeiten oder die Ziegen hüten oder auf die kleineren Geschwister aufpassen müssen), zwei bis drei mal in der Woche abends Unterricht bekommen können und medizinisch betreut werden.
Es wurden 300 Kinder erwartet, kamen aber 450. Und zu allem Überfluss fing es auch noch an zu regnen; hier, wo es sonst nie regnet! Somit konnten wir die Spiele, die wir für draußen geplant hatten nur kurz machen, und mussten uns dann in die Halle zurueckziehen, wo die Kinder Tänze und Lieder aufführten.
"In jener Stunde kamen die Jünger zu Jesus und fragten: Wer ist im Himmelreich der Größte?
Da rief er ein Kind herbei, stellte es in ihre Mitte und sagte: Amen, das sage ich euch: Wenn ihr nicht umkehrt und wie die Kinder werdet, könnt ihr nicht in das Himmelreich kommen.
Wer so klein sein kann wie dieses Kind, der ist im Himmelreich der Größte.
Und wer ein solches Kind um meinetwillen aufnimmt, der nimmt mich auf.“
Mt. 18, 1-5
von
Johanna
um (Indische Zeit):
21:15
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Samstag, 1. November 2008
Dee(pa)vali
Dafür gibt es drei Feiertage, wo keine Schule ist.
Wir feierten auf ganz schöne Art, eineinhalb Tage wurde vorbereitet. Der Basketballplatz war das Zentrum des Geschehens, wo den ganzen Platz entlang Öllämpchen aufgestellt wurden, ein Platz mit einem einen halben Meter hohen Blätterzaun umbeben, ein Altar wurde aufgebaut, alles wurde schön dekoriert, überall waren Lichter.
Am Vormittag bastelten wir noch mit jedem Kind eine Kerze, und für die Mitarbeiter und Fathers auch. Meine Mutter hatte uns, als sie mich hier besuchen kam, Dekorierwachs mitgegeben, welches wir dafür verwendeten.
Am Abend dann war eine Prozession, mit den Kerzen. Und dann war die Messe – Christus, das Licht der Welt. Es war so schön. Inmitten der Kinder, mit einer Kerze in der Hand, überall Lichter, die Sterne über uns; und mein Lieblings-Kannada-Kirchenlied: E Yagakella (Licht des Universums).
Danach gabs ein Feuerwerk und Musik. Die Kinder tanzten, sprangen mit den Funken, sie waren so ausgelassen.
Ein kleineres Mädchen wechselte sich zwischen der Neugierde und Spannung, in der Nähe der Feuerwerkskörper zu sein, und der Geborgenheit bei mir. Immer wieder kam sie auf mich zu, um Mut zu fassen und das Geschehen aus der Ferne zu beobachten, und ging dann wieder in die Nähe ein bisschen unheimlichen, aber faszinierenden Funkenspracht, bis sie genug Mut gefasst hatte, und nicht mehr wieder kam.
Ich blieb noch ein wenig sitzen, genoss die Stimmung. Es war großartig.
von
Johanna
um (Indische Zeit):
16:52
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Sonntag, 19. Oktober 2008
Ferien
Hallo Freunde!
Hier in Indien sind gerade Semesterferien, deshalb bin ich noch in Bangalore, und habe Zeit, wieder mal einen Eintrag zu machen.
Fast alle Kinder sind in den 10 Tagen nach hause gefahren, was sie nur 2 bis 3 mal im Jahr koennen. Auch zwei Waisenmaedls sind in ihrem Dorf. Sie wurden von einer anderen Familie eingeladen, fuer ein paar Tage zu bleiben.
In dieser Zeit machten wir mit den Fathers und Sisters einen Ausflug nach Bijapur. Um 6 Uhr startete die Fahrt, zwei Reifenplatzer (holprige Strasse) und acht Stunden spaeter kamen wir an. Wir besuchten eine Moschee, mit Fluesterhalle (wo der Muezzin noch ohne Mikro schrieh, gute Akustik), ich gedachte Oesterreich und hinterliess mit Gaensehaut einen Jugezer auf mein Heimatland.
Dann noch ein Hindu-Tempel mit risen Shiva (der blaue Gott) Statue.
Der Ausflug war echt toll! Ich bekam wieder ein bisschen die indische Mentalitaet zu spueren. Ein Picknick (Ausflug) hat nicht erstrangig den Sinn, sich moeglischst lange wo aufzuhalten, sondern einfach unterwegs zu sein. Und wenn der Reifen platzt, schimpft man nicht, sondern wechselt ihn und faehrt ins naechste Dorf, um ihn reparieren zu lassen. Da das ueber eine Stunde lang dauert, quatscht man einfach mit den Kindern. Das Wichtigste am Ausflug ist das Zusammen-im-Jeep-Sitzen. Genjal!
Jetzt eben Bangalore, Zeit um Freunde zu besuchen, zu shoppen, westlich essen zu gehen... Energie aufladen.
Liebe Gruesse, Johanna
von
Johanna
um (Indische Zeit):
13:59
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Samstag, 18. Oktober 2008
2/3
Hallo!
Ich bin jetzt schon unglaubliche 8 Monate in Indien. 2/3 meines Volontariatsjahres sind schon vorbei. Un die Zeit bleibt nicht stehen.
Die Ferien sind fast vorbei und noch so viel gaebe es nachzudenken, zu planen, danach besser zu machen.
Doch, das Wichtigste ist das Gefuehl. Und das heisst, zu Hause, Familie, wohl fuehlen, dazugehoeren; und ist das Schoenste, was man in Indien schaffen kann.
Und ehrlich, die Fathers, die Sisters, die Kinder sind schon längst zu meiner (indischen) Familie geworden. Wir sehen uns täglich, wir leben gemeinsam hier, gestalten den Tag gemeinsam. Manchmal sind wir grantig oder traurig, es fällt einem schwer hier zu sein und richtig zu reagieren, manchmal aber auch lustig schön, hier zu sein und man würde einfach alles für einander tun.
Ich sehe mich hier als Akka, als Große Schwester, die da ist und hilft, zu der man immer gehen kann, wenn man etwas braucht, egal ob Papier, Farbstifte, Nagelschäre, jemanden zum Spielen, einen angenähten Knopf, ein offenes Ohr oder Hilfe.
Ich habe hier in Indien 84 kleine Geschwister, die mich brauchen, mich gern haben, mir nicht folgen, mit denen ich lebe, lerne, quatsche, spiele, schimpfe, traurig bin, die ich kitzle, mit denen ich lache.
Diese 84 so besonderen und starken Kinder haben hier nicht viele Menschen, die sich um sie kümmern. Die Eltern in Bangalore, haben keine Zeit und Energie um sich um sie zu kuemmern oder sind tot. Darum ist es gut, dass ich hier bin, mit ihnen lerne, bei den Semesterprüfungen mit ihnen bange und zittere, wenn es knapp wird, in den Games oder der Freizeit mit ihnen Spaß habe, ihnen Farben bringe und ein bisschen bei ihnen bleibe, wenn sie krank sind, sie nicht schlage und ihnen so zeige, dass es auch ohne Gewalt geht.
Einfach hier bin und mit ihnen lebe, denn das ist das Beste, was ich leisten kann. Täglich da zu sein für diese 84 coolen Kids, die hier wohnen.
So entsteht eine Gemeinschaft und Vertrautheit, die unglaublich wertvoll ist.
Alles Gute an euch, ich sende etwas Sonnenschein fuer eure kalten Tage; und Kinderlachen.
Eure Johannakka
(ಜೋಹಂನಕ)
von
Johanna
um (Indische Zeit):
13:29
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Freitag, 26. September 2008
House System
außer Kannada und Hindi) bekamen Diaries (Büchlein), in die die Kinder die Namen derer schreiben, die in der Pause Kanada reden. Somit hören wir, wen wir in unserem Zimmer, das direkt in der Schule ist, etwas vorbereiten, die Kinder im Gang tatsächlich miteinander Englisch reden.
Das House System ist wirklich durchdacht und nett aufgebaut. Jedes House hat in jeder Klasse einen Captain, manche Klassen sitzen in vier Sitzreihen nach den Gruppen angeordnet, die Kinder haben Gruppenleiberl in diesen Farben, die jeden Mittwoch angezogen werden, wo auch der Punktestand durchgegeben wird und von Zeit zu Zeit aufgelöst wird. Dann bekommt das Gewinner House Bleistifte, Spitzer, Radiergummis, … Durch Kannada Reden werden Punkte abgezogen, durch Hausübung, Noten, Disziplin kann man Punkte bekommen.
Die Kinder sind begeistert und eifern richtig mit, obwohl es sie auch stresst, immer darauf achten zu muessen, richtig zu sprechen, und Spannungen und Streits entstehen.
von
Johanna
um (Indische Zeit):
22:14
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Freitag, 15. August 2008
Independence Day
(Ende der Nationalhymne)
15. August - Der Patriotischste Tag in ganz Indien (Bharata) wurde auch in Don Bosco Deodurga hoch gefeiert.
Zuerst Assembly mit allen School-Kindern, dann Feiertag im ganzen Land.
Die Kinder gingen nach Deodurga, wo mit allen Schulen ein Programm (mit Tänzen, Liedern, Theaterstücken,…) organisiert worden ist.
Wir natürlich auch dabei.
von
Johanna
um (Indische Zeit):
22:22
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Donnerstag, 14. August 2008
Happy Birthday, Trallalala
Am 14. August war der Geburtstag der Kinder. Da die meisten Kinder ihr Geburtsdatum nicht wissen, feiern wir hier im Projekt ein Mal im Jahr Geburtstag für die Kinder. Dieser Tag ist speziell für sie, es gibt Kuchen, neue Kleidung, ein Fest am Abend. Die Kinder waren überglücklich und strahlten den ganzen Tag lang. Es war so schön sie so zu sehen, und wir freuten uns automatisch mit.
von
Johanna
um (Indische Zeit):
22:18
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Sonntag, 10. August 2008
Bharata Scouts Guides
mit dem Brother und den anderen.
Die Idee entstand, weil wir im Monat August vier französische Mädels (eben Scouts) hier hatten; Marie, Jeane, Hannelore und Emilie.
Als wir von Thailand herkamen waren sie schon ein paar Tage hier, schon eingelebt live dabei. Als wir mit ihnen redeten, fühlten wir uns ein bisschen zurückversetzt in die Zeit unseres Anfangs, weil sie uns erzählten, dass sie, als sie hier her kamen ziemlich enttäuscht waren, da sie einfach andere Vorstellungen gehabt hatten. Zwar waren unsere Vorstellungen noch realistischer, das liegt bestimmt auch an der tollen Vorbereitung, aber uns ist es wirklich ähnlich ergangen, in den ersten paar Wochen.
Noch dazu hatten sie das Problem, nur so kurz hier zu sein, das heißt, nicht Fuß fassen, Aufgabenbereiche abstecken oder manches verstehen lernen zu können. Trotzdem, sie haben es gut gemacht, sich eingebracht und das Beste aus der Zeit herausgeholt. Sogar das Müllsystem (in Indien furchtbar) hat jetzt ein System.
Und wir zwei, Theresa und ich, haben auch sehr davon profitiert; öfters ausschlafen, weil die Mädels in der Study-hall waren, RICHTIG quatschen, und vier neue Freunde!
Marie, Hannelore, Jeane und Emilie,
Merci et aux revoir!
von
Johanna
um (Indische Zeit):
22:10
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Sonntag, 3. August 2008
Thailand
Anfang August, wo unser Visum abgelaufen wäre, flogen wir für 10 Tage nach Thailand, um dieses zu erneuern. (Visum gilt in Indien nur für ein halbes Jahr, danach muss man wieder ins Ausland, um das Visum zu verlängern.)
Bangkok mit seiner Westlichkeit verblüffte uns am Anfang sehr. Die Stadt ist teilweise genauso wie eine europäische Großstadt; westlich gekleidete Menschen, Sky Train, Fastfood, Einkaufszentren, saubere, große Gebäude, Klimaanlagen, … Mit dem hatten wir nicht gerechnet, darum waren wir auch froh, als wir raus aus Bangkok auf die Insel Kho Phangan kamen, wo es einfach so schön ist.
Ich war mit Theresa einen Tag tauchen (nur schnuppern, aber einfach super), fuhren mit dem Moped um die Insel, entspannten am Strand, schaltete einfach ab.
Trotzdem war’s schön, wieder nach Hause zu kommen.
Ach ja, und wir bekamen nur ein Visum für drei Monate, also im November wieder verlängern. Diesmal wahrscheinlich Sri Lanka.
Ich wünsch euch was,
Schick euch noch ein sonniges buntes Kinderlachen,
von
Johanna
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22:02
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Samstag, 26. Juli 2008
Meine Eltern in Indien
Hi!
Am 26. Juli 11 Uhr in der Nacht landete das Flugzeug mit meinen Eltern am Flughafen in Hyderabad. Der liebe Brother, der mich begleitete, sie abzuholen und ich warteten schon am Ausgang, wobei er ganz ruhig und cool wartete und ich aufgeregt hin und her rannte, um sie sicher nicht zu verpassen – meine Eltern, die ich seit einem halben Jahr nicht mehr gesehen hatte. Das Wiedersehen war dann eine Riesenfreude.
Im Don Bosco Projekt, wo wir später angekommen sind, zeigten sie mir, was sie mitgebracht hatten – genjal! – ganz viele Spiele und Farbstifte für die Kinder! Sie hatten so viel Zeug für das Projekt mitgenommen, dass führ ihre eigenen Sachen fast kein Platz mehr war. Darum gingen wir für meinen Vater am nächsten Tag gleich Hemden kaufen.
Etwas sehr spannendes an ihrem Besuch war die Reaktion meiner Eltern auf Indien, die Menschen, die Kultur, die Landschaft. Sachen, die für mich schon selbstverständlich geworden sind, waren für sie ganz ungewohnt, speziell…
Die Menschen, die Kinder auf der Straße, der Verkehr, das Klima, die Busse, das Englisch, die Straße nach Deodurga, das Projekt, … das alles war ihnen völlig fremd, mir aber bereits vertraut. Und es war schön, es ihnen zu zeigen, zu erklären, mit ihnen auch wieder über alles zu staunen, einfach mit ihnen in Indien zu sein.
Als Theresa und ich nach Thailand flogen, blieben sie in Indien und schauten sich Kerala (Bundesstaat im Süden) an.
Wir trafen uns in Bangalore wieder und verbrachten noch einige Tage im Projekt, wo nana Thai matte nana Tande (meine Mama und mein Papa) uns sogar beim Dekomachen für die nächsten Feste halfen.
In Hyderabad noch einen Tag gemeinsam, dann Abschied für ein weiteres halbes Jahr.
Liebe Mama und Papa, Danke fürs da sein, egal ob nah oder fern.
Kommt doch zu ihrem Vortrag im Oktober!!
Und macht’s gut.
Johanna
von
Johanna
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21:59
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Montag, 7. Juli 2008
Indien erleben
Hallo!
Einmal kurz nach Deodurga gehen, einige Sachen zu erledigen, ist jedes mal wieder ein Erlebnis.
Ich gehe den staubigen Weg nach Deodurga, mir begegnen zwei Frauen, die unterwegs sind, um Wasser zu holen. Dabei halten sie mich auf und es entsteht ein Gespräch, wo ich ihnen in ein paar Worten Kannada auf ihre Fragen antworte und erkläre, dass ich in der Don Bosco School arbeite, meine Mutter in Austria ist und ich sie gern habe. Ich erfahre, dass die beiden Mutter und Tochter sind und wie sie heißen.
Als ich dann in das Dorf komme (Don Bosco Deodurga ist etwas außerhalb, ca. 5 Gehminuten), werde ich von Kindern umringt, die statt „Hi“ „Buy“ sagen, da das wohl so ziemlich das einzige englische Wort ist, das sie kennen.
Ich gehe auf der Straße, man kann in jeden Laden hineinsehen – und ebenso herausschauen. Spannend für mich und die Leute in den Läden, welche mich ansehen; grimmig oder freundlich, mich grüßend oder über mich redend. Jedenfalls versucht keiner, zwanghaft oder schüchtern wegzuschauen, wie man es in Österreich wohl täte. Aber das ist OK. Ich habe mich daran gewöhnt.
Aber auch für mich ist es interessant, in die Geschäfte hinein blicken zu können. Jemand sitzt an einer Nähmaschine, der Verkäufer des Stoffgeschäftes schläft; ohne Angst, es könnte jemand etwas stehlen; Haare werden geschnitten und Bärte rasiert, auf der Straße herrscht buntes Treiben, wie es zu Indien gehört.
Ein (schwarzes) Schwein kreuzt meinen Weg, Ziegen, Hunde, Kühe, die Tiere laufen frei umher, und keiner wundert sich. Ich auch nicht mehr.
Im book shop angekommen sage ich dem Verkäufer auf einer Kanada-Englisch-Mischung, was ich haben möchte. Kinder kommen und schauen uns zu. Das ist normal; sie sind viel mutiger und zwangloser als die Erwachsenen, wenn es um uns Fremde geht. Ich bitte um 8 Packungen Wasserfarben, die wir für den Zeichenunterricht brauchen, und habe dabei ein schlechtes Gewissen, weil die Kinder so staunen, wie ich so viel Geld für so etwas Schönes ausgeben kann, von dem sie nur träumen.
Auf dem Rückweg beobachte ich einen Affen, der auf einem Motorrad sitzend versucht, die Tasche, die am Motorrad (Kann.: Tata) hängt, zu öffnen, um vielleicht etwas zu essen darin zu finden. Er wird jedoch vom Besitzer vertrieben und muss sich wo anders umschauen.
So eine genjale verrückte, schöne, liebe Welt, die für die Leute hier so absolut normal zu sein scheint.
Ich komme nach Hause und freu mich, dass ich das alles erleben darf und ich freu mich, dass es bald läutet, die Schule aus ist und ich mit den Kindern spielen kann.
Bis bald, Namaskara, Johanna Miss
von
Johanna
um (Indische Zeit):
15:35
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Dienstag, 1. Juli 2008
Bischof Henry D´Souza
Hei!
Am Dienstag, den ersten Juli kam der Bischof zu Besuch. Der neue Bischof von der Diözese Bellary (wo Deodurga dazugehört), bei dessen Bischofsweihe unsere Fathers dabei waren.
An dem Tag musste alles perfekt sein. Alles wurde auf Hochglanz gebracht, die genjale Schulband (gleicht einer österreichischen Marschkapelle) spielte, drei Mädchen bereiteten einen Tanz vor und jeder war freudig aufgeregt.
Theresa und ich bereiteten bis spät in der Nacht ein Welcome-Plakat vor, Blumen, Fruchtsalat, Teller, Kapelle… Alles richteten wir noch schnell am Vormittag her.
Dann kam die Nachricht: Der Bischof kommt – typisch Indien – um 1 ½ Stunden zu spät. Also keine Messe, umdisponieren.
Doch als er kam, lief alles glatt. Die Kinder freuten sich, fühlten sich geehrt, so einen hohen Besuch zu bekommen und waren stolz auf den Segen, den sie bekamen.
Bischof Henry D’Souza erklärte den Kindern, dass es wichtig ist, sich selbst als wertvoll zu erachten, und dass Kinder das einfach Beste auf der Welt seien.
Es war ein spannender Tag und schön, bei diesem so wichtigen Anlass richtig mitgeholfen zu haben.
Liebe Grüße,
Johanna
von
Johanna
um (Indische Zeit):
15:32
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Donnerstag, 26. Juni 2008
Wenn…
… Wenn Anand uns beim Putzen eines Raumes, den wir für einen Father, der unser Projekt besuchen kommt herrichten sollen, hilft und im Bad zur Dusche zeigt und sagt: „Rain will come down there, yes Miss?“,
… Wenn Priya beim Dschungelbuch-Quartett alle Karten mit einem Bild der Schlange drauf freiwillig hergibt, weil sie sich davor fürchtet,
… Wenn man den Kindern einen nigel-nagel-neuen Ball zum Spielen gibt und der nach drei Tagen bereits völlig kaputt ist, weil sie „einfach spielen“,
… Wenn Suresh, ein älterer Junge von der Zeitverschiebung erfährt, genau nachfragt, warum das so ist und nach einer langen Erklärung nur noch sagt: „God is great!“
… Wenn Arogye-Mary, eines der ganz kleinen Mädchen, die weder Englisch spricht noch lesen kann bei der reading practice (Leseübung) das Buch stolz vor den Augen hält, und ein bisschen murmelt. Als ihre (schon ältere) Nachbarin ihr Buch umdrehte, weil sie es verkehrt gehalten hat, war sie sehr enttäuscht...,
… Wenn wir für das Welcome-Programm (Feier) mit den Kindern einen Tanz und ein Lied einstudieren, das aber genau dann spontan gestrichen wurde, ich danach die Kinder trösten will, sie mir aber zuvor kommen und sagen: „Don’t be sad, Miss.“
… Wenn die Buben mich „Giddy“ nennen („Kleine“ auf Kannada) und es nicht einsehen wollen, wenn ich ihnen erkläre und zeige, dass ich größer als jeder einzelne von ihnen bin,
… Wenn die Kinder meine Hand quetschen, weil sich dann die Haut verfärbt,
… Wenn einer der Schlimmsten in der Klasse in Zeichnen fragt, ob seine Zeichnung schön ist, ich ehrlich mit „Ja“ antworte und sehe, wie er sich freut,
… Wenn Madevi in der Studierstunde mit ihrem Kannada-Buch zu mir kommt, in der Hoffnung, ich könnte ihr helfen. Und wenn sie auf mein: „Du weißt doch, dass ich Kannada weder lesen, noch (außer ein paar Worte) sprechen kann…“ sagt, dass ich doch manchmal was auf Kannada sage, es also gar nicht wahr ist, dass ich kein Kannada kann,
… Wenn wir am Abend oder beim Essen zusammen sitzen und ich Geschichten aus Österreich erzähle, die Kinder Geschichten aus Indien erzählen und wir alle über die Bräuche der anderen lachen.
… Wenn sie mich einfach anlachen, zum Kitzeln auffordern und wir uns gemeinsam freun. …
Dann weiß ich, dass die Kinder hier einfach die Coolsten sind, dass ich sie gern hab und hier richtig bin.
Eure Johanna
von
Johanna
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10:06
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Mittwoch, 18. Juni 2008
4 Monate INdien
Namaskara!
Vor nun über 4 Monaten (am 18. Februar 2008) haben wir Österreich verlassen und sind in das schöne bunte verrückte Indien gekommen. Ein Drittel unseres Volontariatsjahrs liegt bereits hinter uns. In dieser Zeit hat sich sehr viel getan.
Die begeisterte Ankunft in Indien und dann im Projekt, das spannende freudige Gefühl der Neugier auf das, was kommen wird, die gute Zeit bis zu den Ferien, in der wir uns eingewöhnen, die vielen harten und schweren Erlebnisse und Momente, die zwei Monate Sommerferien mit unserem ersten Urlaub und Camps, und jetzt wieder Schule – anders als zuvor. Denn jetzt wissen wir, was wir wie anpacken wollen, wo wir uns einbringen können.
Diese vier Monate waren gut, schön, erlebnisreich, nicht immer leicht. Ich freu mich sehr auf die nächsten acht Monate in Indien, hier in Deodurga, wo keiner Englisch spricht und man sich aber trotzdem (zum Beispiel mit den Frauen, die Wasser holen gehen deinen Weg kreuzen) sehr gut unterhalten kann. Wo es super Mangos und Chicus und ganz viel anderes Obst gibt, wo über hundert coole Kinder leben und wo wir zwei Austrians zu Hause sind.
lg Johanna
von
Johanna
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09:29
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Sonntag, 1. Juni 2008
Schulanfang
Im April und Mai sind hier in Indien Sommerferien. Darum war am 3. Juni bei uns Schulanfang. Alle Boarding-Kinder kamen wieder zurück ins Internat, auch ein paar ganz kleine Neulinge waren dabei.
Diese wurden gdmeinsam mit den neuen Lehrern und Fathers bei der Schulanfangsfeier willkommen geheissen. Statt einer Schultüte, wie es in Österreich wohl gewesen wäre, bekamen unsere Kleinen von uns einen Luftballon und ein Zuckerl, worüber sie sich mindestens genauso freuten.
Schulanfang bedeutete für uns auch ganz viel Arbeit, eine neue Herausforderung, das Unterrichten und eben den alten neuen Alltag.
Wir Volontäre unterrichten Zeichnen. Theresa die höheren, ich die niedrigeren Klassen. Zusätzlich supplieren wir auch; Englisch, Religioin, Turnen.
Unterrichten ist zwar anstrengend mit ca. 40 Kindern in einer Klasse, und auch ein bisschen schwierig (Kinder sind unruhig und hören nicht zu), aber trotzdem ist es wirklich schön und macht den Kindern und mir Spass. Letzte Woche erzählte ich ihnen die Geschichte vom Regenbogenfisch, den sie danach zeichnen und die Schuppen (heißen übrigens auf Kannada Alatepati) aufleben durften.

Bis bald, Johanna Miss
von
Johanna
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Dienstag, 6. Mai 2008
Fotos

von
Johanna
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Donnerstag, 17. April 2008
Verfolgungsjagd
Die Luft scheint rein!
Endlich können wir Tee trinken gehen. Wir gehen aus unserem Zimmer, steigen die Stiege hinunter… Doch nein! Hier stehen noch immer Polizisten. Also gehen wir den anderen Weg, aber schnell. Und leise!!! Gut, hier ist niemand, wir müssen aber hinterm Haus herum, können nicht den direkten Weg gehen. Egal, dafür haben wirs bald geschafft. Wir gehen ums Haus, wollen hinein gehen, doch auf einmal sehen wir, unseren zweiten Weg versperren ach Polizisten! 5 Stunden haben wir uns vor der Polizei versteckt, doch fast schien alles umsonst. Somit machten wir uns auf den Weg, zurück in unser Versteck, in unser Zimmer. Doch, als wir um die Ecke biegen wollten, noch immer in der Nähe vom Eingang zum Gebäude, wo wir teedln wollten, fährt ein Polizei-Jeep vor.
Umzingelt! Die Zeit schien für eine Sekunde stehen zu bleiben. Was jetzt? Gingen wir ins Haus wären wir den Polizisten dort ausgeliefert, zeigten wir uns den Polizisten im Jeep, ihnen. Uns bliebe nur die Flucht in „die Farm“, ein Urwald aus Mango-, Kokos-, Limetten- und anderen Bäumen, aus dem noch nie wer lebendig zurückgekehrt ist.
Auf einmal… Tataraa! Unser Retter in der Not, der große starke Brother Lawrence, wie aus dem Nichts erschienen, um uns zu retten und uns auf dem Weg zu unserem wohlverdienten Tee Begleitschutz zu geben.
Wie sind wir in diese Situation gekommen, uns vor der Polizei verstecken zu müssen? Wir haben, zu eurer Beruhigung, nichts Illegales getan, wir sind einfach Weiße, foreigners, strangers.
Einige Tage vor unserer Verfolgungsjagd kam ein Inspekteur, der Don Bosco-Einrichtungen kontrolliert. Als dieser uns sah, fing er an, Fragen zu stellen, über unser Visum, was wir hier machen, wie das geht, … Dann bat er uns, unseren Reisepass und unser Visum zu kopieren und ihm mit der Info, wann wir kamen, wo wir ankamen, wann wir gehen würden, zu geben.
Am Abend desselben Tages kam die Polizei mit derselben Bitte. Wahrscheinlich erzählte der Kontrolleur im Dorf von uns. Und, obwohl sie uns bestimmt schon kannten, wollten sie auf einmal mehr wissen. (jeder kennt uns hier, darüber bin ich mir sicher). Der Hauptgrund, warum die Polizisten so komisch reagierten, war wohl, dass sie (einfach alle hier) misstrauisch sind, gegenüber uns.
Father versprach, am nächsten Tag würden wir es bringen. Gesagt, getan, und schon wieder kam die Polizei, mit derselben Bitte, wie am Vortag, denn sie hätten die vorigen Kopien verloren.
Nun ist es so, dass unser Projekt, die Don Bosco School das größte und beste Haus ist. Strom, fließendes Wasser, viele Räume… Darum kommen manchmal Polizisten her, um eine Besprechung zu halten. Father sagte uns, wir sollten während dieser Zeit im Zimmer bleiben, es würde nichts passieren, (dessen bin ich mir sicher) er wolle einfach nicht noch mehr Fragen beantworten müssen.
Wir blieben von 12 bis 5:30, statt von 12 bis 4 im Zimmer und versuchten dann vorsichtig, uns unseren Weg zur Küche zu bahnen. Den Rest kennt ihr ja. Ein bisschen lags bestimmt auch an dem indischen Zeitverständnis, dass die Polizisten so lange blieben. (Wenn etwas offiziell um 12 Uhr beginnt, kann man voraussichtlich erst um 2 Uhr wirklich anfangen.)
Liebe Grüsse aus dem abenteuerlichen Indien
(das für Weiße nicht immer leicht ist)
Johanna
von
Johanna
um (Indische Zeit):
14:01
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